Eine Person schreibt einen Einfall in ihr ArbeitsjournalFreitag, 4. August 2017, 18:15
Wie Ihnen Ihr Arbeitsjournal beim Schreiben Ihrer Abschlussarbeit hilft

Während Sie an Ihrer Abschlussarbeit sitzen, geht Ihnen vieles durch den Kopf. Was aber tun Sie, wenn Ihnen in einer anderen Situation – beim Frühstückmachen, Staubsaugen, beim Kochen oder Putzen, beim Autowaschen plötzlich etwas dazu einfällt?

Einfälle kommen oft dann, wenn man sie nicht erwartet. Wenn man mit etwas ganz anderem beschäftigt ist. Plötzlich ist da eine Idee, die vielversprechend klingt. Danach haben Sie schon eine Weile gesucht.

Gerade dann haben Sie aber womöglich Ihren Computer nicht dabei. Oder Sie haben ihn gar nicht eingeschaltet, weil etwas ganz anderes Ihre Aufmerksamkeit beansprucht.

Was tun? Hoffen, dass Ihnen dieser Einfall im Gedächtnis bleibt, bis Sie Zeit finden, ihn in Ihrem elektronischen Dokument einzufügen? Es könnte jedoch sein, dass er sich dann verflüchtigt hat und dass Sie sich nicht mehr an ihn erinnern.

Deshalb empfiehlt Manfred Rommel, „Gedanken jeweils aufzuschreiben, wenn man sie hat, und nicht erst dann […], wenn man sie braucht“.[8] Ein guter Tipp!

Also gleich aufschreiben  – aber wo? In Ihrem Arbeitsjournal. Das kann ein einfaches Schulheft, ein Ringbuch oder ein Notizbuch mit schickem Einband sein. Sie sollten es immer griffbereit haben.

Da hinein schreiben Sie alles, was mit Ihrer Abschlussarbeit zu tun hat: was Sie recherchiert, im Überblick gelesen und als interessant bzw. brauchbar für Ihre Arbeit befunden haben. Dazu eigene Einfälle, die sich auf den Inhalt, die Gliederung oder andere Aspekte Ihrer Arbeit beziehen.

Wenn Sie das so machen, dann wird mit der Zeit daraus eine Stoffsammlung, aus der Sie sich während des Schreibens Ihrer Arbeit nach Herzenslust bedienen können.

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[8] Manfred Rommel im Vorwort zu Heinrich von Kleist (1988): Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden. Informedia-Verl. GmbH, Köln, S. 10.

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Hand mit Stift und Block

Samstag, 8. Juli 2017, 18:32
Wie sich Ihre Gedanken beim Schreiben weiterentwickeln

„Seit dem letzten Mal ist mit meiner Arbeit noch nichts weitergegangen“, sagt mir eine Studentin. „Ich kann noch nichts schreiben, weil ich noch nicht weiß, worauf ich hinaus will. Ich hab das noch nicht zu Ende gedacht. Dafür weiß ich, worauf nicht!“

Und schon beginnt sie, mir das wortreich auseinanderzusetzen. Nach wenigen Sätzen unterbreche ich sie: „Sie erklären mir also gerade, wie und worüber Sie nicht schreiben wollen?“

Sie bejaht.

Wie sage ich ihr das jetzt am besten? „Ich fürchte, das bringt nichts.“ Sie schaut mich erstaunt an. Offenbar braucht sie eine Erklärung: „Es gibt da einen Teil in einem Menschen, der versteht kein ‚nicht‘. Das ist dann grad so, als würden Sie das beschreiben, worauf Sie hinauswollen.“

Ihr Gesicht ist ein einziges Fragezeichen: „Was soll ich tun?“ – „Worum geht’s Ihnen denn in Ihrer Arbeit?“ frage ich zurück. Sie fängt an, mir das in ihren Worten zu erklären.

Wieder unterbreche ich sie: „Schreiben Sie das auf. Beginnen Sie mit dem, was Sie sich schon überlegt haben. Auch wenn Sie das noch nicht zu Ende gedacht haben. So legen Sie das, was Ihnen schon eingefallen ist, sichtbar ab. Dann können Sie daran anschließen. Bald werden Sie merken, dass den ersten Gedanken weitere folgen, an die Sie bisher noch nicht gedacht haben.“

„Warum kommen mir denn dann neue?“ will sie wissen. Diese Frage hat schon Otto Kruse in einem seiner Werke beantwortet [7], deshalb sage ich nur kurz: „Weil wir unsere Gedanken nicht nur beim Reden weiterentwickeln, sondern auch beim Schreiben.“

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[7] vgl. Kruse 2014, S. 59 (Link zum Buch). 

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schreibberatung emma huber zeit für abschlussarbeitFreitag, 9. Juni 2017, 18:02
So finden Sie Zeit für Ihre Abschlussarbeit

„Für das, was einem wichtig ist, hat man immer Zeit“, hat ein Kollege behauptet. Da ist ein Körnchen Wahrheit dran: Man nimmt sich nämlich Zeit für das, was einem wichtig ist. Das gilt auch für die eigene Abschlussarbeit.

Jede/r von Ihnen hat eine Menge Verpflichtungen, denen sie oder er nachkommen muss. Dann gibt’s noch einiges, das Sie auch tun wollen. All das erfordert Zeit. Bleibt da noch welche zum Schreiben der Abschlussarbeit?

Immer wieder staune ich darüber, was Studierende zusätzlich zu ihrem Studium noch alles in ihrem Alltag unterbringen: Reisen, Hobbys, häufigen Kontakt mit Angehörigen, Freunden und Bekannten. Oft ist dann eine Woche so durchgeplant, dass keine Zeit mehr übrig bleibt.

Was tun? Überlegen Sie, was dringend ist und was warten kann. Setzen Sie Ihre Abschlussarbeit an einen der obersten Plätze auf Ihrer Dringlichkeitsliste. Eine Freundin muss ja nicht gerade jetzt zu Besuch kommen, damit Sie ihr Ihre Stadt zeigen. Sie wiederum müssen aktuell nicht bei jedem Geburtstags-, Tauf- oder sonstigen Fest in ihrem näheren und weiteren Freundeskreis anwesend sein. Ihre Freunde werden es verstehen.

Sorgen Sie dafür, dass Sie regelmäßig Zeit finden für das Schreiben an Ihrer Arbeit. [6] Wenn nötig reservieren Sie fixe Zeiten dafür und tragen Sie diese in Ihren Kalender ein. Halten Sie sich auch daran. So bleiben Sie in Ihrer Arbeit drinnen und können sie Stück für Stück vervollständigen.

Wenn Sie diese vollendet haben, dann macht das Besuchen und Feiern auch wirklich Spaß!

[6] vgl. Huber 2017, S. 58-59 und 71. (siehe Bücher)

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eine Email schreiben

Freitag, 5. Mai 2017, 18:05
Das Exposé will nicht gelingen? Ein Trick, wie Sie sich's leicht machen können

Ein Exposé schreibt man nicht alle Tage. So mancher sitzt da vor einem leeren Blatt und überlegt: Wie fange ich das am besten an? „Es ist so, als ob ich da eine Sperre hätte“, berichtete mir ein Student. „Ich bringe keinen einzigen Satz zustande.“

Ihnen geht es auch so? Machen Sie sich’s doch einfach: Stellen Sie Ihr Exposé in Gedanken erst einmal beiseite. Schreiben Sie stattdessen – je nach Vorliebe – einen persönlichen Brief, eine Nachricht oder E-Mail an eine befreundete Person. Bestimmt kennen Sie jemanden, der gerne wissen möchte, was Sie als nächstes vorhaben.

In Ihrer E-Mail erzählen Sie ihm, dass Sie
* eine Abschlussarbeit schreiben,
* was Ihr Thema ist,
* wie Ihre Forschungsfrage lautet,
* was Sie in Ihrer Arbeit darstellen, untersuchen

und wie Sie dabei vorgehen werden. Konzentrieren Sie sich dabei auf die andere Person, so, als säße sie Ihnen gegenüber – gespannt darauf, was sie nun gleich von Ihnen erfahren wird. Erklären Sie ihr schreibend Ihr Vorhaben so, dass sie es versteht und weiß, worum es sich handelt. Wozu? Damit es auch Ihnen selbst klarer vor Augen steht. [5]

Sehen Sie sich nun Ihren Text nochmals an. Wenn Sie den persönlichen Teil an die andere Person ausblenden, dann findet sich da schon eine erste Version Ihres ausformulierten Exposés. Diesen Text können Sie nun weiter bearbeiten, bis Ihr Exposé so weit gediehen ist, dass Sie es Ihrem Betreuer vorlegen oder zuschicken können.

Auch der Student hat das ausprobiert. „Es hat geklappt“, ließ er mich später wissen. Solche Rückmeldungen freuen mich sehr.
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[5] vgl. Huber 2015, S. 105; s.a. Huber 2017, S. 27-28. (siehe Bücher)

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Verschiedene bunte Blätter

Freitag, 21. April 2017, 19:55
Wie finde ich mein Thema?


Sie haben Ihre Idee notiert. Je länger Sie darüber nachdenken, umso verlockender erscheint sie Ihnen. Aber Sie zweifeln daran, ob Ihr Professor das gut fände und ob das ein passendes Thema wäre.
  Vielleicht sollte ich einmal mit ihm darüber reden, denken Sie. Einfach schauen, was er dazu sagt. Aber Sie haben noch nichts, außer dieser Idee. Kein Konzept, keine Gliederung, nicht einmal eine vorläufige; keine Forschungsfrage und keine Liste der dafür in Frage kommenden Literatur. Nur eine Idee – sonst nichts.
  Das ist Ihnen zu wenig. Vielleicht sollten Sie erst mit ihm reden, wenn Sie schon einen Teil Ihrer Arbeit geschrieben haben? Oder wenn sie beinahe fertig ist?
  Was sagt der Lehrende C.W. Müller dazu?
 
„Lieber sind mir, ehrlich gesagt, die Typen von Arbeiten, die mir gewissermaßen in statu nascendi vorgestellt werden. Jemand hat eine Idee, wirklich nur eine Idee (sagt sie oder er entschuldigend)
[…]. Ich nehme mir dann […] zwei Stunden Zeit und eine Flip Chart mit dickem Filzer und bitte die oder den Studierenden vorher, mir die bisherigen Gedanken, so ungegliedert sie auch sein mögen, […] zuzusenden […].
In der Sprechstunde selbst bitte ich dann noch einmal um eine mündliche Erläuterung. Danach versuchen wir beide, in einem brain storming Verfahren zu formulieren, was uns zu dem Vorgetragenen einfällt.“ [4]
 
Diesem Professor reicht also für ein erstes Gespräch eine, wenn auch noch vage Idee.
  Also, falls Sie so eine Idee haben und denken, das wär vielleicht was, dann sprechen Sie mit der Professorin oder dem Dozenten. Womöglich kommen Sie damit Ihrem Thema und Konzept schon einen großen Schritt näher.
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[4] Müller, C. Wolfgang (2001): SchreibLust. Von der Freude am wissenschaftlichen Schreiben. Münster: Votum Verlag, S. 33–34 (Link); s.a. Huber 2017, 134–135.

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Eine Studentin notiert etwasFreitag, 17. März 2017, 17:50
Es beginnt mit einer Idee

Eben noch dachte sie, sie würde diese eineinhalb Stunden nicht durchstehen. Dieses Studium war manchmal so mühsam! Sie fühlte sich unendlich müde und konnte ihre Augen kaum offenhalten. Es war wieder spät geworden gestern. Doch mit einem Schlag war sie plötzlich hellwach.
  Was hatte der Professor da gerade gesagt? In Ihrem Kopf hörte sie es nochmals: „Der Dichter XY hat in seinen Werken sehr gegensätzliche Frauen zu seinen Hauptfiguren erwählt.“
  Es war der Name, der sie munter machte. Seit langem liebte sie die Bücher dieses Mannes. Schon in Ihrer Schulzeit hatte sie sich gefreut, wenn eines seiner Werke im Unterricht besprochen wurde.
  Das wäre doch etwas für meine Abschlussarbeit, schoss es ihr durch den Kopf. Ich würde gern zwei seiner Frauenfiguren miteinander vergleichen. Obwohl ich so ungern schreibe.
  Der Professor trug weiter vor. Sie aber hörte nur mit halbem Ohr hin und fragte sich, was sie tun könnte, um ihre Idee vor dem Vergessen-werden zu retten.
  Vielleicht ist Ihnen das ja auch schon einmal passiert: Mitten in einer Vorlesung, einem Seminar oder bei anderer Gelegenheit hatten Sie plötzlich einen Einfall zum Thema Ihrer Abschlussarbeit. Am besten ist es, wenn Sie sich solche Ideen unverzüglich notieren. Entweder – auffällig markiert – gleich am seitlichen bzw. unteren Rand Ihrer Mitschrift. Oder separat, z.B. in einem Notizheft oder Notizbuch, das sie immer bei sich tragen. Sie könnten sich aber auch extra eines anlegen und da alles hineinschreiben, was Ihnen, bunt gemischt, zu Ihrer Abschlussarbeit ein- und auffällt. Das können Sie dann Ihr Tagebuch nennen, Ihr Arbeits- oder wissenschaftliches Journal – je nachdem, was Ihnen besser gefällt. [3]
  Später, beim Durchblättern Ihrer Notizen, entdecken Sie dann vielleicht nicht nur Hinweise auf mögliche Themen, sondern auch schon Ideen zur Gestaltung Ihrer Arbeit und zu einzelnen Wissensbausteinen, die Sie dafür verwenden können.
  Das wird Ihnen den Anfang Ihrer Arbeit sehr erleichtern.


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[3] mehr dazu in: Boeglin, Martha: Wissenschaftlich arbeiten Schritt für Schritt. Gelassen und effektiv studieren. 2., durchges. Aufl. UTB, W. Fink Verlag, München 2012. http://www.utb-shop.de/9783825237011

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wie Sie Mut fassenFreitag, 17. Februar 2017, 18:10
Mut zur Abschlussarbeit

„Redest du gerade über Abschlussarbeiten?“ fragte mich eine Freundin. „So eine hab ich auch noch vor mir. Ich fürchte mich schon jetzt davor!“

Ich kann mich noch gut an meine erste erinnern. Mir selbst und meinen Studienkolleginnen und –kollegen ging es damals genauso.

Meine Freundin hat vor kurzem nochmals ein Studium begonnen. Bis jetzt läuft alles gut: Sie besteht die Prüfungen, freut sich über gute Noten und genießt die Zeit mit ihren Kolleginnen und Kollegen. Alles kein Problem. Bis auf eine Kleinigkeit: die Abschlussarbeit. So eine Arbeit ist etwas Neues für sie.

Wann hat sie zum letzten Mal einen Aufsatz geschrieben? Das ist lange her. Zwar schreibt sie regelmäßig berufliche Texte mit Hilfe vorgefertigter Formulierungen. Aber selbst Worte finden für das, was sie sagen will – das hat sie schon lange nicht mehr praktiziert. Dazu kommt, dass so eine Abschlussarbeit umfangreicher ist als ein beruflich zu schreibender Text. Viel umfangreicher. Und es dauert länger, bis sie fertig ist.

Ihr wird schwindlig, wenn sie an die vielen Seiten denkt, die sie da füllen soll.

„Diesen Text brauchst du nicht auf einmal zu schreiben“, erinnerte ich sie. „Du kannst dir dafür ein halbes Jahr Zeit nehmen und immer wieder ein Stück daran weiterarbeiten. Er muss auch nicht auf Anhieb perfekt sein. Du kannst erst einmal ganz locker drauflos schreiben und später noch alles ändern, was dich stört.“

„Mir erscheint das Ganze wie ein riesiger Berg. Ob ich den bezwinge?“ entgegnete sie. „Ich hab Angst, dass mir unterwegs die Puste ausgeht.“ [1]

„Sich fürchten ist normal – besonders beim ersten Mal“, erwiderte ich. „Dass es trotzdem gelingt, das hab ich selbst schon sechs Mal erlebt.“

„Wie soll ich mit meiner Angst umgehen?“ wollte sie wissen. „Die geht ja nicht einfach weg!“ - „Mut ist, wenn man’s trotzdem tut“, erwiderte ich. „Und du bist mutig, das weiß ich.“ [2]

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[1] mehr dazu in: Huber, Emma (2017): Vom Reden zum Schreiben: So gelingt Ihre Abschlussarbeit. UTB, Ferdinand Schöningh, Paderborn, S. 88–89. siehe Bücher

 [2] vgl. Huber 2017, S. 85.

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