28.03.2018 12:54

Was Ihnen dabei hilft, Ihr Exposé zu schreiben

Ein Exposé zu schreiben ist nichts Alltägliches. Viele sitzen da vor einem leeren Blatt oder Dokument und überlegen: Wie fange ich das am besten an?

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Studentin mit Laptop und mit Daumen aufwärtsSchreiben Sie ein Exposé

Das oder Ähnliches sagen Betreuer/innen immer öfter zu Studierenden, die eine wissenschaftliche Abschlussarbeit verfassen möchten. Das klingt so, als wüssten diese schon, wie man so etwas macht.

Oft verweisen Betreuer/innen dann auch noch auf Richtlinien der betreffenden Uni oder FH, die als Anleitung dazu gedacht sind. Mehr oder weniger kurz gefasst - für Studierende ihrem Eindruck nach allerdings oft zu kurz. Und mehr oder weniger verständlich.

Informationen dazu gibt es also. Warum reicht das manchmal nicht?

Wie hindert mich daran, mit meinem Exposé anzufangen?

Nicht immer sind das fehlende oder zu knappe Informationen. Ein Eposé zu schreiben bedeutet auch: sich deklarieren. Sagen, was man vorhat und wie man das angehen möchte. Auch dann, wenn man das selber zwar schon oft durchdacht, aber trotzdem noch nicht so klar vor Augen hat. Und nun soll man das jemand anderem erklären. Sich dabei womöglich festlegen...

Der Begriff "Exposé" kann also einschüchtern. Das bewirkt, dass man anfangen möchte, aber nicht vorankommt. Entweder man beginnt mit den ersten Worten und löscht sie gleich wieder. Oder es fällt einem überhaupt nichts ein.

„Es ist so, als ob ich da eine Sperre hätte“, berichtete mir ein Student. „Ich bringe keinen einzigen Satz zustande.“

Geht es Ihnen auch so?

Wie Sie bei Ihrem Exposé ins Schreiben kommen

So können Sie Ihre innere Sperre umgehen: Stellen Sie den Begriff "Exposé" in Ihren Gedanken beiseite. Konzentrieren Sie sich auf etwas anderes: Schreiben Sie – je nach Vorliebe – einen persönlichen Brief, eine Nachricht oder E-Mail an eine befreundete Person. Bestimmt kennen Sie so jemanden, die oder der gerne wissen möchte, was Sie als nächstes vorhaben.

In Ihrer E-Mail erzählen Sie ihr oder ihm,

  • dass Sie eine Abschlussarbeit schreiben,
  • was Ihr Thema ist,
  • wie Ihre Forschungsfrage lautet,
  • was Sie in Ihrer Arbeit darstellen bzw. untersuchen
  • und wie Sie dabei vorgehen werden.

Konzentrieren Sie sich beim Schreiben auf die andere Person. So, als säße sie Ihnen gegenüber – gespannt darauf, was sie nun gleich von Ihnen erfahren wird. Erklären Sie dieser anderen Ihr Vorhaben so, dass sie es versteht. Dass sie weiß, worum es geht.

Diese Art von Schreiben befreit Sie vom Druck, Ihrer oder Ihrem künftigen Betreuer/in etwas Gutes, Kluges, Verbindliches abzuliefern - und das womöglich gleich im ersten Durchgang. Beim Schreiben einer E-Mail, eines Briefes usw. an eine befreundete Person sind Sie viel entspannter. Da finden Sie dann wie von selbst die passenden Worte, um ihr Vorhaben der anderen Person verständlich zu erläutern. Damit steht es dann auch Ihnen selbst klarer vor Augen. [1]

Wie aus Ihrer Nachricht Ihr Exposé entsteht

Sehen Sie sich nun den Text Ihrer Nachricht nochmals genauer an. Wenn Sie den persönlichen Teil an die andere Person ausblenden, dann findet sich da schon eine erste Version Ihres ausformulierten Exposés.

Diesen Text können Sie nun weiter bearbeiten, bis Ihr Exposé so weit gediehen ist, dass Sie es Ihrem Betreuer vorlegen oder zuschicken können.

Auch der eingangs erwähnte Student hat das ausprobiert. „Es hat geklappt“, ließ er mich später wissen.

Näheres dazu, wie man ein Exposé schreibt

Wie schreibt man ein Exposé? Eine sehr verständliche, gut umsetzbare Anleitung dazu habe ich auf einer Webseite der Schreibwerkstatt gefunden. MMag. Dr. Huberta Weigl erläutert darin, woraus ein Exposé besteht, wozu man ein Exposé braucht und warum es gut ist, eins zu schreiben, auch wenn keines verlangt wird.


 

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[1] vgl. Huber 2015, S. 105; s.a. Huber 2017, S. 27-28. (siehe Bücher)

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